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Damenkomitee Honigsmöhne Bonn e.V. von 1889

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Archiv 2021

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Tour nach Cochem an der Mosel

Von Malu Mäurer

Highlight eines jeden Sommers ist beim DK Honigsmöhne immer die Jahrestour, vor allem, da wegen Corona in dieser Hinsicht ja schon ein großes Defizit besteht. Es sollte nach Cochem an die Mosel gehen. Ein schönes beschauliches Städtchen in Rheinland/Pfalz gelegen, das seine Touristen mit kulturellem wie auch mit musischem Zeitvertreib anwirbt. Balsam für unsere Seele.

Es ist Freitag, der 17.09. und heute soll es losgehen. Ein Teil der Frauen traf sich bereits um 12:00 Uhr beim Silvaner Bräu zum Vorglühen. Ansonsten Treff um 14:15 Uhr auf dem Bonner Bahnhof, Gleis 3. Es ist exakt diese Uhrzeit und der Albtraum begann. Was jetzt kommt ist nicht aus der Sendung „History“ von Guido Knopp. Nein, wir schreiben das Jahr 2021 und es ist Live und in Farbe.

16 gut gelaunte HM stehen auf dem besagten Gleis und unsere Reiseleiterin Birgitt lässt die Katze aus dem Sack. Am Abend zuvor hat das Hotel bei ihr angerufen und unsere Übernachtungen abgesagt wegen Wasserschaden. Geht gar nicht.

Birgitt kämpft und bittet um Ersatz. Freitagmorgen ist laut Anruf alles klar, gegen 11 Uhr wieder nicht. Für Birgitt steht fest, O-Ton „wir fahren“. Wir sind alle geschockt. Und während wir noch die Kühnheit der Frau Hotel ausloten wird unser Transportmittel Zug gestrichen.

Was ist hier die Krux? Wir wissen es nicht. Unsere rheinischen Prinzipien gewinnen Oberhand „et kütt wie et kütt un et is noch immer jood jejange“! Nehmen wir einfach den nächsten Zug, der uns unserem Ziel entgegenbringt. Das gelingt nach einigen Zeitverschiebungen auch. Wahnsinn.

Und wir ergattern in der RB nach Koblenz alle sogar einen Sitzplatz. Na also, geht doch! Ohne Wimpernzucken die Flaschen auf, die Gläser raus und Knabberzeug an Mass. Da sind wir unschlagbar.

In Koblenz kommt dann tatsächlich wie angesagt eine weitere RB und schleicht mit uns nach Cochem. Auch jetzt frönen wir dem Ritual hoch die Becher, bis Birgitt Käserinde im Ausschnitt einer mitreisenden Möhne findet. Mal ne andere Variante der Aufbewahrung. Da bleibt kein Auge trocken.

Dann ist Cochem erreicht und die Karawane zieht klappernd zum Hotel „Alte Thorschänke“ mit dem Wasserschaden ist klar, das mit allem gerechnet hat, aber nicht mit uns.

Birgitt und Karin verhandeln mit der Hotelleitung mit dem Ergebnis, dass 10 der lästigen Rheinländer in das sogenannte „Gästehaus“ am Berg kurz vor Beginn des Waldes ausgelagert werden, in dem 3 Doppel- und ein Vierer-Zimmer zu belegen sind. Bei näherem Hinsehen gleicht das Vierer jedoch eher einer Deponie mit rauschendem Bach und Schimmel an den Wänden.

Sechs Möhnen wandern über die Moselbrücke zur Pension „Hexe“. Der Traum vom Kuscheln und gemeinsamem Absacker vor dem Schlafengehen – ade! Also driften wir mit Gepäck in unsere jeweiligen Bettenburgen, um nach einer knappen Stunde zum Abendessen wieder in der „Thorschänke“ zu erscheinen. Nicht nur die Zeit war stark angeknabbert, wir auch!!

Während des Essens erfahren wir so nebenbei von unserem freundlichen Kellner, dass er von Wasserschaden in diesem Hotel noch nichts gehört hat.

Oha! Karin hält es nicht mehr auf ihrem Sitz. Mit dem Gedanken nach Schadensbegrenzung in Form einer Runde Schnaps rennt sie zur Hoheit hinter dem Tresen. Denkste. Sie war der Meinung, dass wir doch in der Lage seien, das selbst zu finanzieren. Hier lief gerade ein Film und wir waren die Hauptdarsteller!

Die Alte hielt sich für clever – Absahnen ja, ohne Rücksicht auf Verluste, aber kein bisschen Entgegenkommen oder gar Good will. Wer so nach allen Seiten offen ist, kann doch nicht ganz dicht sein. Logisch. Die Dame hatte mit ihrem unverfrorenen Auftreten ihr Etablissement ins Outlet und sich selber ins Knie geschossen. Für uns als sonst so soziale Wesen stand fest, hier lassen wir keinen Cent mehr.

Wir brechen auf zum Holländer. In dieser Kneipe spülen wir den Ärger runter mit Genever, Bier und Ramazotti. Später ging die Post ab in der Catacombe am Berg bei Betty, Biggy, Gabi und Claudia. Die „Musikbox“ spielte „Polka, Polka, Polka“ und es gab wilde Tänze und irgendwann „….denn he ston mir zesamme“. Für uns rheinische Frohnaturen ist das wie für die Mainzer „Heile heile Gänschen“. Dazu gurgelte der unterirdische Bach im Takt, ihm blieb ja auch nichts anderes übrig.

Es war Samstag und die Möhnen vom Berg sitzen um 9:00 Uhr unten im Hotel, denn hier gibt es für sie Frühstück. Die „Hexen“-Bewohner werden in ihrem Domizil bedient. Ich sitze kaum vor meinem Brötchen, da will mir Biggy Gehhilfen verpassen. Beim Rikscha-Angebot hätte ich nicht nein gesagt.

Die allgemeine Moral ist möhnenmäßig – jood drop – noch! Das Wetter ist herrlich, Sönnchen scheint und einige beschließen shoppen zu gehen und der Rest mit dem Mosel-Wein-Express zu fahren, eine kleine Bahn, die eine Runde durch den Ort, über die Mosel und zurück anbietet. Als wir Platz genommen hatten und der Lokführer losfahren wollte, gab es einen Ruck und die Bahn war kaputt.

Nach einem Moment Sprachlosigkeit überwog „Humor ist, wenn du trotzdem lachst“. Wir nahmen es sportlich und begaben uns erst mal zum Weingut Göbel-Schleyer, um den Gutschein einzulösen. Auf jeden Fall wurde von der eingeplanten Schiffstour spontan Abstand genommen, denn es könnte einen Angriff aus dem All geben und das Schiff würde versenkt. Vorher eher unwahrscheinlich, jetzt aber mussten wir mit allem rechnen. Wir schwächelten etwas, aber statteten mutig dem Feuerwehrfest einen Besuch ab.

Der nette Lokführer jedoch hatte mit uns Erbarmen und gab nach geraumer Zeit Bescheid, als das Gefährt es wieder tat. Inzwischen waren wir dankbar für jede nette Geste. Auf der Rundfahrt gab es Informatives über den Ort, die Burg und andere Sehenswürdigkeiten.

Ab 15:00 Uhr sitzen wir im Weingut Haxel zur Weinprobe und erfahren viel Wissenswertes rund um die Rebe. Aus dem Rahmen fiel, dass alles ohne Zwischenfälle ablief.

Danach war ein bisschen frisch machen angesagt, bevor um 20:00 Uhr Abendessen bei „Onkel Willy“ angesagt war. Ein sehr schönes Restaurant mit gediegenem Ambiente und einer kulinarischen Karte. Sehr zu empfehlen. Wir hatten wieder den Durchblick brutto wie netto. So zog es einige Möhnen noch auf einen Absacker zum Feuerwehrfest.

Der Sonntag ist da und damit die Heimreise. Beim Frühstück klagen zwei Mädels vom Berg, dass ihnen Lichtgestalten regelmäßig das Licht ausknipsen. Die hatte ich seitens des Hotels in diesem Bunker gar nicht vermutet.

Dann ziehen wir nach unschönen Diskussionen um die Abstellung der Koffer und Nichtgewähren eines Espressos in den Ort und finden einen Sonnenplatz auf der Moselpromenade. Es wird u.a. Darm-Gedeck bestellt (Federweißer/Zwiebelkuchen). Oder andere gehen direkt aufs Ganze und Windbeutel steht auf dem Tisch. Jeder kriegt eben das was er verdient.

Wir haben Spaß. Dann steht der Weg zum Bahnhof an. Als wir den erreichen, haben wir auch hier die Arschkarte gezogen. 14:18 Uhr sollte der Zug Richtung Heimat starten, aber er fällt aus und wie es klingt, auch jeder weitere. Wir halten die Luft an. Pleiten, Pech und Pannen gehen weiter. Toll. Weiter atmen.

Gegen 15:00 Uhr steht fest, es kommt ein Ersatzzug und bringt uns eine Station weiter nach Treis-Karden. Gestrandet auf dem Bahnhofsvorplatz von Treis-Garden mit immerhin zwei Pixie-Klos. Warten im Stehen, die Fressalien machen die Runde und Flüssiges wechselt den Besitzer.

Nach einer weiteren Stunde verkündet eine nette Zugbegleiterin, dass wir entweder mit Bussen nach Koblenz gebracht werden oder doch noch ein Ersatzzug eingesetzt wird. Letzteres war irgendwann der Fall. Das wir das noch erleben durften!!

Eine überfüllte RB brachte uns nach Koblenz und von da aus ein IC nach Bonn, wo wir um 18:00 Uhr eintrafen. Wohlbehalten aber unendlich kaputt.

Diese Tour mit Hindernissen werden wir so schnell nicht vergessen. Es war schön mit Euch. Wir waren und sind ein tolles Team.

Ein großes Dankeschön an unsere bärenstarke Reiseleiterin Birgitt, die trotz einiger Unbill stets die Nerven behielt.